Das Haus der katholischen Kirche in Ravensburg wird eingeweiht

Marktplatz f√ľr viele

RAVENSBURG ‚Äď Ein Marktplatz f√ľr Menschen unabh√§ngig von Konfession oder Glauben soll das neue Haus der katholischen Kirche mitten in Ravensburg sein. Gut anderthalb Jahre nach Baubeginn wird es am Sonntag, 15. Oktober, eingeweiht. Von den knapp 4,7 Mio. Euro Gesamtkosten tr√§gt die Di√∂zese 1,2 Mio., die Ravensburger Kirchengemeinden finanzieren den Gro√üteil √ľber den Verkauf der beiden fr√ľheren Innenstadt-Gemeindeh√§user und Investitionsr√ľcklagen. Das Haus der katholischen Seelsorgeeinheit Ravensburg Mitte mit ihren rund 12.000 Gemeindemitgliedern ist offen f√ľr viele: ‚ÄěKirche findet Stadt ‚Äď Stadt findet Kirche‚Äú, lautet denn auch der Titel einer Gespr√§chsrunde am Einweihungstag.

Die lehmfarbene Klinkerfassade f√ľgt sich gut in die Nachbarschaft ein, die gro√üen Glasfronten sorgen f√ľr Transparenz: Das neue Begegnungs- und Verwaltungsgeb√§ude der Ravensburger katholischen Gemeinden neben der Liebfrauenkirche wirkt einladend. Der barrierefreie Neubau l√∂st die fr√ľheren, nicht mehr funktionellen Gemeindeh√§user der Innenstadtpfarreien St. Jodok und Liebfrauen ab. Er dient zum einen als Treffpunkt f√ľr deren Gruppen und Gremien und als Sitz der Verwaltung der Gesamtkirchengemeinde Ravensburg und der beiden Pfarr√§mter. Zum anderen soll das Haus auch als Ort f√ľr kirchliche und nicht-kirchliche Veranstaltungen und Gruppen dienen.

Gastgebend, dienstleistend, zuhörend, inspirierend

Vier Ziele sollen das Leben im Haus der katholischen Kirche pr√§gen: gastgebend, dienstleistend, zuh√∂rend, inspirierend. Pastoralreferent Dr. Michael Schindler, der f√ľr das inhaltliche Programm des Hauses verantwortlich ist, erl√§utert dies. Einladend soll der Raum der Begegnung sowie der Innenhof mit idyllischem Pfarrgarten sein. In beidem kann man ohne Konsumzwang verweilen. Offen auch f√ľr nicht-kirchliche Gruppen ist der Gemeindesaal, der mit 130 qm deutlich gr√∂√üer ist, als der bisherige Saal im alten, nicht-barrierefreien Gemeindehaus. Bestuhlt bietet der neue Saal bis zu 120, mit Tischen 80 Personen Platz.

Mit ‚Äědienstleistend‚Äú ist der zentrale Informationspunkt f√ľr kirchliche Dienstleistungen in Ravensburg und dar√ľber hinaus gemeint. Hinter ‚ÄěZuh√∂rend‚Äú verbergen sich nicht nur die ‚ÄěOrte des Zuh√∂rens‚Äú zwei Mal pro Woche, sondern das Angebot f√ľr seelsorgerliche Gespr√§che und geistliche Begleitung. ‚ÄěInspirierend‚Äú sollen Angebote f√ľrs (Glaubens-)Leben und gesellschaftliche Zusammenleben sein.

Breites Programm

F√ľr die ersten sechs Monate ab Er√∂ffnung ist so bereits ein vielf√§ltiges Programm zusammengestellt worden. Es reicht von Seminaren und Vortr√§gen zu Glaubensthemen √ľber Instrumenten-Flohmarkt, Kinderbuch- und Krippenausstellung bis hin zu Meditations- und Exerzitienangeboten. Hierf√ľr eignet sich vor allem die besondere Atmosph√§re des Gruppenraums im zweiten Obergeschoss, der mit einer Giebelh√∂he von rund sechs Metern auf 80 Quadratmetern 50 Besuchern Platz bietet. Die Veranstaltungen werden mit Kooperationspartnern wie Katholische Erwachsenenbildung, Telefonseelsorge, Kinderstiftung, Kindertagesst√§tten, Musikschule, Betriebsseelsorge, katholischer Frauenbund, Eine-Welt-Gruppe und Immanuel Buchladen auf die Beine gestellt.

Spendenaktion f√ľr caritative Aktion ‚ÄěEinfach essen‚Äú

Viel Glas sorgt f√ľr eine einladende Atmosph√§re am Haupteingang an der Westfront ‚Äď gegen√ľber des Chorraums der Liebfrauenkirche. Durch die Glast√ľren gelangen die Besucher zun√§chst in den Begegnungsraum mit Sitzgelegenheiten und Thekenbereich, der tags√ľber offen ist. Dahinter schlie√üt sich ein gro√üz√ľgiger K√ľchenbereich an: ‚ÄěHier kann locker f√ľr gut 100 G√§ste gekocht und damit die Tradition von ,Einfach essen‚Äė aus dem Jodoks-Gemeindehaus fortgesetzt werden‚Äú, so Pfarrer Hermann Riedle. Und eben f√ľr diese Investition suchen die katholischen Gemeinden Sponsoren: 250.000 Euro m√ľssen sie an Spenden aufbringen.

Der äußere Bau und die lebendigen Steine

Pfarrer Riedle legt Wert darauf, dass das Geb√§ude nach modernsten energetischen Gesichtspunkten geplant wurde. Dreifachverglasung sorgt f√ľr Schall- und W√§rmeschutz, die Fu√übodenheizung wird √ľber acht 125 Meter tiefe Bohrungen mittels Erdw√§rme gespeist. Langfristig helfe diese Technologie, laufende Kosten zu sparen. Insgesamt sind rund zwei Dutzend Handwerksfirmen beteiligt. Nun soll der √§u√üerliche Bau in den n√§chsten Monaten und Jahren mit Leben gef√ľllt werden. Pastoralreferent Schindler: ‚ÄěJede und jeder ist eingeladen, sich mit Ideen einzubringen, damit der Bau durch die lebendigen Steine der Menschen belebt wird.‚Äú

Info-Box

Einweihungsfest

Am Sonntag, 15. Oktober, findet um 10 Uhr ein Festgottesdienst in der Liebfrauenkirche statt. Der erweiterte Chor der Liebfrauenkirche singt ‚Ķ; Festpredigerin ist Dr. Christiane Bundschuh-Schramm, Referentin f√ľr Spiritualit√§t und Seelsorge der Di√∂zese Rottenburg-Stuttgart. Zur Hauseinweihung und -segnung sprechen um 11.30 Uhr u. a. Oberb√ľrgermeister Dr. Daniel Rapp und der evangelische Dekan Dr. Friedrich Langsam. Nach dem Mittagessen schlie√üt sich um 13.30 Uhr eine Talkrunde ‚ÄěKirche findet Stadt ‚Äď Stadt findet Kirche‚Äú an. Nachmittags gibt es F√ľhrungen durchs Haus, Pr√§sentation von Baugeschichte und Gemeindegruppen, Musik mit diversen Ensembles. Zum Abschluss wird um 19 Uhr ein Stationengottesdienst von St. Jodok nach Liebfrauen gefeiert.