Gedanken zum Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

    Pfingsten ‚Äď Heiliger Geist

    Liebe Gemeinden,

    zu Lebzeiten Jesu als Mensch hier auf der Erde haben die J√ľnger ihn oft nicht verstanden. Sie
    haben sein Tun gesehen, sie haben seine Worte geh√∂rt, sie haben ihn erfahren ‚Äď und
    dennoch haben sie ihn nicht verstanden. Mit Pfingsten kommt der Einbruch des Heiligen
    Geistes. Es folgt ein vollkommener Wandel in der Haltung. Es folgt eine absolute
    Furchtlosigkeit. Die Rede, in welcher Petrus die Menge anspricht (Apg. 2,14 ff), hat einen
    inneren Standort, der vorher nicht wirksam gewesen ist.
    Vorher: Die J√ľnger stehen dem Meister gegen√ľber. Sie sprechen √ľber ihn.
    Nachher: Sie stehen innerlich bei ihm. Sie sprechen von ihm her zu den Hörenden.
    Der bedeutende Theologe Romano Guardini nennt diese christliche Innerlichkeit
    ‚ÄěInexistenz‚Äú. Christus in mir und ich in Christus. In ihm sind wir eine neue Sch√∂pfung (2Kor
    5,17).
    Diese Inexistenz wird geboren im Pfingstereignis. Es ist der Heilige Geist, der sie begr√ľndet:
    Das wechselseitige Innesein zwischen Christus und glaubender Person.
    Pfingsten beschreiben kann auch bedeuten, wieder zu bedenken, was Gott uns in Jesus
    Christus geschenkt hat: Die Hineinnahme in die Liebe des Vaters zum Sohn im Heiligen Geist,
    Jesu Leiden, sein Kreuzestod und seine siegreiche Auferstehung, unsere Erlösung, das
    Ergriffensein von Fleisch und Geist, Friede aus dem Glauben, der Zugang zum Reich Gottes
    und die Bef√§higung, F√§higkeiten sprich Talente daf√ľr einzusetzen, die Bitte um das Wirken
    der Gnade, die Bitte um Gottes Barmherzigkeit, das vertiefte Gebet, der Mut zur Heiligung,
    der Zugang zum ewigen Leben. Der Heilige Geist will es uns einpflanzen in unser Denken, in
    unser Tun, in unsere Zeit. So k√∂nnen wir selbst unsere Zeit zu einer geisterf√ľllteren Zeit
    gestalten.