Caritas Herbstsammlung 2026

    Caritas Herbstsammlung 2026

    Liebe Mitchristen in Ravensburg, wir feiern in diesen Wochen den 800. Todestag des heiligen Franziskus, eines Menschen, der bis heute vielen Menschen ein großes Vorbild ist. Von ihm wird folgende Anekdote überliefert.

    Franziskus zieht mit seinen Brüdern durch die Lande. Johannes, ein junger Bauer, will sich ihm anschießen. Seine Familie bricht deswegen in Tränen aus. Was Fanziskus dann tut, ist so einfach wie genial: „Bereitet ein Mahl, wir wollen gemeinsam essen, und weint nicht, denn ich werde euch sehr froh machen.“ Gesagt, getan. „Alle aßen gemeinsam mit großer Fröhlichkeit“ wird berichtet. Wie das? Es schmeckt. Man kommt ins Gespräch. Franzsikus hört die Sorgen der Eltern. Die Kinder werden mit dem Fremden, der ihnen den großen Bruder wegnehmen will, gelacht und gespielt haben. Dass Johannes sie verlässt, bleibt schwer. Aber als sie gemeinsam Brot teilen und ein Glas Wein trinken, spüren sie eine tiefe Zusammengehörigkeit und merken, wie es so für alle gut ist. Ob sie beim Essen auch von Gott gesprochen haben? Vermutlich. Aber Gott war nicht nur in Worten da. Er war erfahrbar beim Essen.

    Der Generationenvertrag steht in unserer Gesellschaft zunehmend auf wackligen Beinen. Diskussionen, Debatten um Einsparungen bei der Kostenübernahme für Pflegekosten, ein höheres Rentenalter, Vorwürfe der jüngeren Generationen „ihr hinterlasst uns Schulden, eine kaputte Umwelt, habt ohne Ende Geld, das ist bei Gesprächen und in den Medien immer wieder zu hören, zu lesen und zu sehen.

    Die Realität vieler Hausbesuche bei Senioren zeigt etwas anderes. Immer mehr Menschen, die sich aufgrund ihres eingeschränkten Gesundheitzustands nur echt und schlecht selber versorgen können, keine Familie vor Ort, ein Pflegeplatz unerschwinglich. Oft ein Leben in versteckter Armut, von der niemand weiß, sie kennen ihre Rechte nicht oder haben keinen Fürsprecher, vereinsamen, verwahrlosen.

    Wie kann da Verständnis füreinander entstehen, wenn Jung und Alt nicht im Austausch, in der Begegnung sind? Die Anekdote von Franziskus vermittelt es, was viele Menschen in sozialen Tätigkeiten erleben: Jeder und jede Gneration verfügt über Ressourcen, und etwas zu geben hat: Lebensfreude, Erfahrung, Mut, Geduld, Zeit, ein offenes Ohr. Und wer sich darauf einlässt, ist ganz oft der Beschenkte. Es gibt hier in Ravensburg auf der Ebene der Kirchengemeinden verschiedene Ansätze und Projekte, die das Miteinander fördern möchten, etwa der wöchtenliche Mittagstisch „Einfach Essen“. Inzwischen sind es oft 150 bis 160 Menschen jeden Alters, die sich hier beim Essen gegegnen, miteinander verabreden, und nicht nur das Essen, sondern auch ein Stück weit ihr Leben miteinander teilen. Oder der Begegnungsraum, die „Ansprechbar“ im Haus der kath. Kirche, wo jedermann vorbeikommen kann, ohne etwas konsumieren zu müssen, auf ein Getränk, ein Gespräch, eine Gegenung. Oder die engagierte Gruppe Ehrenamtlicher von „Orte des Zuhörens“, die in verschiedenen Kirchen oder auch Pflegeheimen sich gerne ansprechen lassen von Menschen, die ein offenes Ohr suchen. Oder die Frauen und Männer der Besuchsdiensten, die im Auftrag der Kirchengemeinde Hausbesuche machen, einen kleinen Gruß überbringen. Oder, oder, oder... Man könnte noch viel mehr tun. Es braucht Frauen und Männer, die sich in besonderer Weise im Namen der Kirche zu einem Dienst für andere senden lassen und es braucht dazu auch Ressourcen, finanzielle Mittel.

    Sie können uns gerne unterstützten...

    • Indem Sie bei uns mitarbeiten, etwa bei „Orte des Zuhörens“, bei unserem Mittagstisch „Einfach Essen“ oder
    • bei den Besuchsdiensten in Ihrer Kirchengemeinde. Melden Sie sich dazu einfach beim Pfarrbüro.
    • Indem Sie uns bei diesen Aufgaben finanziell unterstützen. Denn diese werden größtenteils aus Spenden getragen. Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung als Verwendungszweck „Caritas-Herbstsammlung“ an. Die Kontoverbindungen stehen auf Seite 9, grauer Kasten.
    • Eine gute Gelegenheit dazu ist die in diesen Tagen stattfindende Caritas-Herbstsammlung. Die Hälfte der hier eingehenden Gelder kommt über die Kirchengemeinden den bedürftigen Menschen in unserer Stadt zugute, die andere Hälfte verwendet der Caritasverband Bodensee-Oberschwaben für Hilfe-suchende in seinen verschiedenen Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen.

        Wir sagen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

                Pfarrer Harald Kiebler und Diakon Gerhard Walter