Katholische Seelsorgeeinheit Ravensburg West

Pfarrb√ľro der Seelsorgeeinheit
Ravensburg West
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Predigtreihe Fastenzeit und Ostern 2014

Menschliches allzu Menschliches ‚Ķ.                     

Ideen, Werte, Haltungen, Einstellungen und Handlungen, die das Leben der modernen Menschen bestimmen. An den Sonntagen in der Fastenzeit werden wir uns in unserer Seelsorgeeinheit mit Werten und Haltungen beschäftigen und dabei gehen wir solchen Fragen nach wie:

Wer oder was bestimmt √ľber mein Leben?
Welchen Einfluss haben meine eigenen Entscheidungen?Wie wirken sich meine Entscheidungen auf das Leben anderer Menschen aus?
Was ist gut und was ist böse?
Wie viel ist den Menschen bewusst oder gar nicht bewusst?

In der Geschichte des Christentums sind die Menschen immer wieder Wege gegangen, die sie aufgrund ihrer Entscheidungen, ihren Pr√§gungen und Verletzungen von ihrem Gl√ľck im Leben weggef√ľhrt haben. Diese Tatsache wurde in der Vergangenheit mit dem Begriff der ‚ÄěTods√ľnde‚Äú beschrieben.

Die √Ąlteren kennen diesen Begriff noch, f√ľr die J√ľngeren ist er sehr fremd. Der Begriff der ‚ÄěTods√ľnde‚Äú war immer mit Angst und Schrecken f√ľr die Menschen verbunden, weil damit gesagt war, dass das ewige Heil verspielt worden ist. Die einzige Rettung vor dieser ewigen Verdammnis war die Lossprechung in der Beichte.

Der Katalog der ‚Äě7 Tods√ľnden‚Äú ‚ÄěStolz‚Äú, ‚ÄěNeid‚Äú, ‚ÄěZorn‚Äú, ‚ÄěTraurigkeit‚Äú, Habgier ‚ÄěV√∂llerei‚Äú und ‚ÄěUnkeuschheit‚Äú stammt von Papst Gregor I. (dem Gro√üen). Im 7. Jhrd. hat man die ‚ÄěTraurigkeit‚Äú mit der ‚ÄěTr√§gheit‚Äú ersetzt.

So eine Tods√ľnde kann aber nur begangen werden, wenn folgende drei Bedingungen erf√ľllt sind:
Es muss eine schwere S√ľnde sein, die gegen Gott oder einen Menschen gerichtet ist, sie muss im vollen Bewusstsein und vors√§tzlich begangen werden.
Erst wenn alle drei Bedingungen erf√ľllt sind, dann kommt es zu dieser ‚ÄěTods√ľnde‚Äú, d.h. der Mensch verdient die ewige Strafe Gottes. So kann heute kaum noch jemand denken.

Allerdings leiden unz√§hlige Menschen unter den Bedingungen, unter denen sie leben, bzw. ihren Lebenssinn finden m√ľssen. Auch heute werden Menschen in unserer Gesellschaft durch ihre Lebensumst√§nde und ihre eigenen Entscheidungen weggef√ľhrt von ihrem eigentlichen Lebenssinn. Viele verlieren sich selbst im Dschungel der modernen Welt.

So k√∂nnen diese ‚ÄěTods√ľnden‚Äú auch in unserer Gesellschaft entdeckt werden z. B. in der Verkleidung einer gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Tugend‚Äď

wie dem Streben nach Erfolg oder der Habgier, wenn es um persönliche Boni oder Vorteile geht.

Mahatma Gandhi, gewaltfreier K√§mpfer f√ľr die Unabh√§ngigkeit Indiens von Gro√übritannien. Der 1948 von einem hinduistischen Fanatiker erschossen wurde. Er hat eine andere Liste von Tods√ľnden hinterlassen, die heute noch aktueller ist als damals:

1. Reichtum ohne Arbeit
2. Genuss ohne Gewissen
3. Wissen ohne Charakter
4. Geschäft ohne Moral
5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
6. Religion ohne Opferbereitschaft
7. Politik ohne Prinzipien

Bei allen diesen Versuchen, diese S√ľnden in einer Gesellschaft zu beschreiben, geht es immer darum, die Menschen zur√ľck zu f√ľhren auf ihren jeweils eigenen Lebensweg. Die Menschen sollen aufger√ľttelt werden, um sich zu √ľberlegen, was denn letztlich der Sinn ihres Lebens ist und von welchen Kr√§ften sie gerade bestimmt werden.

In diesem Sinne werden wir in der Fastenzeit Anst√∂√üe zur Selbstbesinnung geben, damit Sie wieder einmal sp√ľren d√ľrfen, dass wir zur Freiheit befreit sind. Sie d√ľrfen gespannt sein.

R. H√ľbschle, Pfarrer

1. Fastensonntag: Superbia

2. Fastensonntag: Ira

3. Fastensonntag: Luxuria

4. Fastensonntag: Gula

5. Fastensonntag: Avaritia

Karfreitag

Osternacht

Ostern